Das Problem des dramatisch sinkenden Wasserspiegels in dem grundwassergespeisten Seddiner See – den die Schule stolz im Namen trägt – war der Anlass. Geht den Seen in Brandenburg das Wasser aus, hat dies Folgen für die gesamte Metropolregion Berlin-Brandenburg. Am Beispiel des Seddiner Sees diskutieren wir die großen Zukunftsfragen unserer Zeit: Nachhaltige Siedlungsentwicklung, Wassernutzungskonflikte und Klimawandel.

Die Heimvolkshochschule ist Gründungsmitglied des Fördervereins Seddiner See e.V. Mit kommunalen Vertreter:innen der Anrainergemeinden und dem Förderverein Seddiner See. e.V. wurde bei einem politischen Seespaziergang mit den Kandidat:innen zur Bundestagswahl die aktuelle Entwicklung erläutert und ausgelotet, wie politische Strategien aussehen, um diesen Entwicklungen zu begegnen. Die zentrale Frage dabei war „Ist der Seddiner See noch zu retten?“ Der Vorstandsvorsitzende des Vereins Fördervereins, Jürgen Wagler veranschaulichte eindrucksvoll, wie viel Wasser der See seit dem Jahr 2013 verloren hat [1,53 m]. Von der Bundespolitik erhofft er sich, schnelle Klimaanpassungsmaßnahmen, um die Gewässer und den Landschaftswasserhaushalt in Brandenburg, und insbesondere für den Seddiner See, vor allem für künftige Generationen zu schützen und zu erhalten.

Nach dem Seespaziergang hatten die Bürger:innen die Möglichkeit mit den Bundestagskandidat:innen und Politikverteter:innen in kleiner Runde ins Gespräch zu kommen, die uns als Bildungseinrichtung in Brandenburg besonders bewegen: die Zukunft der Landwirtschaft, die Entwicklung der Ländlichen Räume und Partizipation durch Bildung. Den Fragen stellten sich Sonja Eichwede (SPD), Alexandra Pichl/ Michael Kellner (B90/GRÜNE), Katharina Slanina (DIE LINKE), Johanna Mandelkow (FDP) und Jens Schreinicke (CDU). Die Bürger:innen bewegte vor allem die soziale Spaltung im ländlichen Raum, die zukünftige finanzielle Förderung der ländlichen Entwicklung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" und wie die Parteien den Umbau der Landwirtschaft gestalten und finanzieren wollen. Weitere Themen waren die medizinische Versorgung der immer älter werden Bevölkerung in den ländlichen Räumen. Roland Gefreiter, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Schönwalde im Spreewald schilderte, was es für ein Dorf und seine Einwohner:innen bedeutet, wenn der Hausarzt im Dorf in Rente geht und es keinen Nachfolger gibt. Er wollte wissen, was die Bundespolitik in Zukunft tun möchte, um diese Situation zu verbessern.

Beim Thema Partizipation stärken durch Bildung brannte den Bürger:innen die Themen Schulbildung in Zeiten der Pandemie, Digitalisierung im Bildungsbereich und das Recht auf Weiterbildung unter den Nägeln. Auch wenn Bildung Ländersache ist, gibt es Gestaltungsmöglichkeiten durch den Bund- wie diese nach der Wahl aussehen können, wurde angeregt diskutiert.

Die Direktorin der Heimvolkshochschule Dr. Antje Pecher zieht ein positives Fazit zu der Veranstaltung: „Ich freue mich, dass so viele interessierte und engagierte Bürger:innen die Möglichkeit genutzt, und den Politikvertreter:innen auf den Zahn gefühlt haben. Das bestärkt mich

in der Arbeit, die wir in der Heimvolkshochschule leisten. Bürger:innenbeteiligung und Erwachsenenbildung in ländlichen Räumen zu qualifizieren ist richtig und wichtig. Ländliche Perspektiven mitzugestalten gelingt nur durch Bildung und Dialog und wenn man die engagierte Zivilgesellschaft mitnimmt. Ich hoffe diese Botschaft nehmen die Kandidat:innen mit, wenn sie in den Bundestag gewählt werden.“